Solo-Reisen - Wie ich gelernt habe, alleine zu reisen
Das erste Mal alleine geflogen bin ich tatsächlich schon mit neun Jahren. Natürlich nicht komplett alleine, ich wurde von einer Flugbegleiterin begleitet, am Flughafen abgegeben und wieder eingesammelt. Trotzdem war dieses Gefühl, alleine unterwegs zu sein, irgendwie schon früh da.
Meine erste „richtige“ Solo-Reise ging dann später nach Australien zu meiner besten Freundin, die dort studiert hat. Rückblickend hat mir genau das wahrscheinlich den Einstieg erleichtert. Ich wusste: Erstmal muss ich nur den Flug schaffen und am anderen Ende wartet jemand auf mich.
Ich habe mich oft gefragt, ob das eine gute Idee ist...
Als ich dann meine erste wirklich längere Reise alleine geplant habe, habe ich mich trotzdem gefragt, ob ich komplett verrückt bin.
Südafrika. Alleine.
Und ganz ehrlich? Diese Zweifel verschwinden auch heute nicht komplett.
Vor fast jeder neuen Reise kommen irgendwann diese Gedanken:
Ist das wirklich eine gute Idee?
Habe ich an alles gedacht?
Was, wenn ich mich unwohl fühle?
Der Unterschied ist nur, dass ich inzwischen weiß, dass dieses Gefühl meistens verschwindet, sobald ich angekommen bin und mich eingelebt habe.
Ich glaube, viele warten darauf, dass irgendwann dieser Moment kommt, in dem man sich komplett bereit fühlt.
Den gab es bei mir ehrlich gesagt nie.
Irgendwann muss man den Schritt einfach machen.
Und damit meine ich nicht, alle Sorgen oder Zweifel zu ignorieren. Im Gegenteil. Sich mit der Reise auseinanderzusetzen, mit Menschen zu sprechen, die das Ziel schon bereist haben oder selbst alleine unterwegs waren, hilft unglaublich.
Interessanterweise kamen die größten Zweifel oft eher von Menschen, die selbst noch nie alleine oder generell wenig gereist sind.
Gleichzeitig finde ich, dass man sich auch selbst nicht unter Druck setzen sollte. Nur weil man sich einmal für eine Solo-Reise entschieden hat, muss man nicht plötzlich alles alleine können oder jede Situation genießen. Wenn man merkt, dass es sich nicht richtig anfühlt, dann fährt man eben früher zurück oder passt die Reise an.
Genau diese Freiheit vergisst man manchmal. Falls du unsicher bist, fang klein an. Es muss nicht direkt eine vierwöchige Reise durch Afrika sein.
Vielleicht erstmal ein Wochenende in einer Stadt, alleine ins Café gehen oder eine kurze Reise innerhalb Europas.
Städte wie Barcelona eignen sich dafür zum Beispiel super – man hat Strand, Stadtleben und gleichzeitig viele andere Reisende um sich herum.
Oft merkt man erst unterwegs, dass man sich selbst viel weniger zutrauen wollte, als eigentlich möglich gewesen wäre.
Was ich durch das Alleinreisen gelernt habe
Alleine zu reisen bedeutet für mich nicht, ständig alleine zu sein.
Im Gegenteil.
Viele der schönsten Begegnungen entstehen genau dann, wenn man alleine unterwegs ist.
Gleichzeitig lernt man, Entscheidungen selbst zu treffen, spontaner zu werden und sich auch in ungewohnten Situationen zurechtzufinden.
Und selbst heute gibt es bei mir vor neuen Reisen noch Unsicherheiten oder Zweifel. Der Unterschied ist nur: Mittlerweile weiß ich, dass meistens genau hinter diesem Gefühl die Reisen warten, die am meisten verändern.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Schritt beim Alleinreisen: nicht darauf zu warten, dass plötzlich alle Zweifel verschwinden, sondern sich trotzdem zu trauen loszugehen.
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