Fehler beim Reisen - Was ich beim Reisen so nicht mehr machen würde

Mit jeder Reise verändert sich nicht nur die Route, sondern oft auch die eigene Art zu reisen. Die meisten Dinge würde ich heute genauso wieder machen. Andere dagegen definitiv anders. Nicht unbedingt, weil sie schrecklich waren, sondern weil man unterwegs irgendwann merkt, was einem beim Reisen eigentlich wichtig ist und wie man selbst reisen möchte.

Mich mit anderen Reisenden vergleichen

Ich möchte gleich mit dem für mich eigentlich allerwichtigsten Punkt starten. Gerade auf längeren Reisen passiert das schnell. Ich glaube, es liegt ein auch in der Natur des Menschen, dass wir uns immer wieder mit unserem Umfeld vergleichen. Es wird immer diejenigen geben, die länger, günstiger oder scheinbar komplett ohne Zweifel durch die Welt reisen.

Aber genau dieser Vergleich macht Reisen oft unnötig stressig. Nicht jede Reise muss möglichst abenteuerlich, spontan oder perfekt sein.

Manche fühlen sich in Hostels wohl, andere buchen lieber ein eigenes Zimmer. Manche reisen super spontan, andere planen gerne mehr vor.

Am Ende muss sich die Reise nicht für andere richtig anfühlen, sondern für einen selbst.

 

Zu viele Stopps hintereinander planen

Wenn ich an meine erste selbstgeplante Rundreise mit einer Freundin denke (Interrail in Europa), war es lediglich ein Abhaken der einzelnen Sehenswürdigkeiten. Wir sind wirklich mit dem Reiseführer in der Hand die einzelnen Nummern abgelaufen. Ich wollte einfach möglichst viel sehen und möglichst viel in diese Reise packen.

Es hat lange gedauert und ich muss mir das auch immer wieder bewusst machen, aber heute weiß ich, dass zu viele Stopps eine Reise manchmal eher anstrengender als schöner machen. Ständig weiterzufahren, immer wieder neu anzukommen und kaum Zeit zu haben, einen Ort wirklich wahrzunehmen, nimmt oft genau die Ruhe, die Reisen eigentlich besonders macht.

Mittlerweile bleibe ich lieber länger an einzelnen Orten und plane bewusster Pausen ein. 

Ich schaue auch viel mehr darauf, dass die Distanzen zwischen einzelnen Stopps mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden können und ich keinen weiteren Flug einplanen muss. Innerhalb einer drei Wochen Reise noch 2-3 Flüge zu planen, ist meiner Meinung nach, in der Regel nicht notwendig und absolut nicht nachhaltig. 

Giraffe Safari Tansania

Nicht mehr alles komplett durchplanen

Ähnlich ist es für mich mit dem kompletten Durchplanen von Reisen.

In Australien haben wir damals tatsächlich unseren Flug verschlafen. Das uns diese Aktion nicht vollends gestresst hat, lag unter anderem daran, dass alles Weitere noch nicht komplett durchgeplant war und wir flexibel auf diese gezwungene Planänderung reagieren konnten. 

Und trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Planänderung hatten wir eine richtig gute Zeit.

Heute versuche ich, mir auf Reisen deutlich mehr Flexibilität zu lassen. Und auch hier gilt: nobody is perfect. Ich liebe es zu planen und muss mir häufig in Erinnerung rufen, wie gut Flexibilität einer Reise tut und dass ich sie auf diese Weise noch mehr genießen kann.

Gepard Safari Tansania

Krank weiterreisen, nur weil schon alles gebucht ist

Eine Sache, die ich definitiv auch nicht mehr machen würde: krank weiterreisen, nur weil etwas bereits gebucht ist.

Ich habe einmal trotz einer Lebensmittelvergiftung eine 16-stündige Busfahrt gemacht und spätestens da gelernt, dass der eigene Körper wichtiger ist als jeder Zeitplan. Heute würde ich lieber spontan eine Nacht länger bleiben, statt mich durch so etwas durchzuquälen.

Zu viele Besuche während einer Langzeitreise einplanen

Während meines Sabbaticals haben mich mehrmals Freunde und Familie besucht. Natürlich ist es schön, Freunde oder Familie unterwegs zu sehen. Es ist einfach eine ganz andere Verbindung, als mit den meisten anderen Reisenden, die man unterwegs kennenlernt. Gleichzeitig habe ich mir meine Route dadurch deutlich unflexibler gestaltet und musste einige spontane Ideen leider absagen. 

Man richtet vieles nach festen Daten aus und verliert dabei manchmal ein bisschen dieses freie Gefühl des Reisens. Daher würde ich diese Besuche bei meiner nächsten längeren Reise auf jeden Fall begrenzen.

Tiere & Tourismus nicht genug hinterfragen

Ein Thema, über das ich heute deutlich mehr nachdenke als früher, ist der Umgang mit Tieren im Tourismus. Und ja, ich bin selbst schon in Ägypten auf einem Kamel geritten oder in Thailand auf einem Elefanten.

Heute würde ich das so nicht mehr machen.

Gleichzeitig finde ich das Thema oft schwieriger, als es manchmal dargestellt wird, weil viele Menschen vor Ort von diesem Tourismus leben. Genau deshalb lohnt es sich, Anbieter genauer anzuschauen und sich vorher gut zu informieren. Für mich bedeutet verantwortungsvoller Tourismus eher, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten oder Anbieter zu unterstützen, bei denen das Wohl der Tiere wirklich im Vordergrund steht.

Auch bei Wal- oder Delfintouren habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, genauer hinzusehen, weil leider nicht jede Tour automatisch respektvoll mit den Tieren umgeht. Ich finde, diese Verantwortung haben wir als Reisende gegenüber unserer Umwelt.

Schlechtes Wetter als verlorenen Tag sehen

Ganz ehrlich, wer hat schon gerne Regen und erst recht nicht auf Reisen. Vor allem, wenn man nur wenige Tage an einem Ort hat, fühlt sich Regen schnell wie „verschwendete Zeit“ an, und das hat mich immer wahnsinnig gestresst.

Mittlerweile bin ich da etwas entspannter geworden. Oft entstehen genau an solchen Tagen die ruhigeren Momente, für die im normalen Reiseprogramm sonst kaum Zeit bleibt. Länger im Café sitzen, spontan irgendwo einkehren, ein Buch lesen oder einfach mal langsamer unterwegs sein.

Nicht jeder Reisetag muss perfekt aussehen, um am Ende in guter Erinnerung zu bleiben.

Vielleicht gehört genau das auch einfach zum Reisen dazu: Dass man mit jeder Reise nicht nur neue Orte kennenlernt, sondern auch ein bisschen mehr darüber, wie man eigentlich selbst unterwegs sein möchte.